RE: Fehldruck mit plötzlichem seitlichen Versatz von 23mm
Mit einem Extrusionsfaktor von 1,0 ausgedruckt, erhalte ich einen Würfel mit Wandstärken von 40,5, 40,5, 39,5 und 41 Hundertsteln (mehrfach gemessen). Leider habe ich vergessen, Markierungen hinsichtlich der Orientierung auf dem Druckbett anzubringen. Aber bei diesen Werten scheint es mir für einen gleichmäßigen Druck auf der letzten Seite (41/100mm) zu langsam und auf der vorletzten Seite (39,5/100mm) zu schnell zugehen.
Gleichwohl wären alle Werte zu niedrig.
0,45 / 40,375 = 1,1145
Wenn augenscheinlich bisher zu viel Material extrudiert wurde, so würde nach diesen Werten noch mehr Material verlangt sein.
Gedruckt habe ich PETG (Prusament, schwarz) mit der Standard-Düse 0,4mm, ohne IS und in 0,05mm Schichten. Die Düse hatte ich vorher auf Verunreinigungen überprüft.
Kann es sein, dass der Druckkopf niedriger hängt als es die Steuerung annimmt?
Nur: wenn es bei der Kalibrierung in Z ein Problem gäbe, dann müsste das Bett bei den Tests tiefer liegen, als es beim späteren Druck der Fall ist.
Das Bett habe ich mir angeschaut. Es ist nirgends lose und wackelt/klappert nicht. Auf stärkeren Druck gibt nur die gesamte Unterkonstruktion nach.
Ich komme damit alleine nicht mehr weiter.
RE: Fehldruck mit plötzlichem seitlichen Versatz von 23mm
Korrektur:
Die Rechnung oben muss natürlich lauten
0,45 / 0,40375 = 1,1145
RE:
So, der nächste Testdruck ist fertig.
Gedruckt wurde mit einem Extrusionsmultiplikator von 1,1146 aus obiger Rechnung (0,45 / 0,40375 = 1,11455).
Die Wandstärken des Würfels sind jetzt (im Uhrzeigersinn ab 12:00): 43,5, 43,0, 44,0 und 43,5 Hundertstel, also durchschnittlich 43,5
Hier muss man jetzt aufpassen, da der Artikel in der Knowledge Base an dieser Stelle falsch ist.
Die gezeigte Formel berücksichtigt nicht, dass der Extrusionsfaktor für den Testdruck möglicherweise nicht mehr Eins war.
Die Formel müsste für die Standard 04er Düse lauten:
neuer Extrusionsmultiplikator = alter Extrusionsmultiplikator * 0,45 / gemessene durchschnittliche Wandstärke in mm
In meinem Fall bedeutet das:
1,1146 * 0,45 / 0,435 = 1,1530
Ich starte einen weiteren Druck, jetzt mit Extrusionsmultiplikator von 1,153.
RE: Fehldruck mit plötzlichem seitlichen Versatz von 23mm
Der vierte Würfel ist gedruckt.
Der Extrusionsmultiplikator war, wie oben berechnet, auf 1,153 eingestellt. Die Dicken der vier Seiten sind jetzt 45,0, 45,0, 45,5 und 44,3 Hundertstel. Das macht im Schnitt 44,95 Hundertstel mm. Ich lasse das jetzt so.
Die Riemenspannung konnte ich jetzt auch mit der App überprüfen. Der Wert lag bei 96Hz und es hieß 'just right'.
Eben habe ich einen weiteren Druck der Schriftproben gestartet. Da jetzt viel mehr Material extrudiert wird, erwarte ich eigentlich nichts gutes.
RE: Fehldruck mit plötzlichem seitlichen Versatz von 23mm
sondern möchte mit dem Drucker arbeiten und Ersatzteile für meine Werkstatt produzieren.
Da kommt es dann wahrscheinlich nicht auf die bestmögliche optische Qualität an? Und wenn du nur Prusament verwendest, dann solltest du die Prusa-Profile für Prusament unverändert übernehmen können.
Das scheint aber so nicht zu funktionieren. Okay und akzeptiert.
Normalerweise funktioniert es so, wenn du nur technische Dinge druckst, d.h. du mit normaler Qualität zufrieden bist. Für solche Dinge nehme ich auch nur unverändert die Prusa-Profile. Nur für meine Modellbahnsachen im Maßstab 1:87, so es auf höchste Detailgenauigkeit ankommt, passe ich die Profile an (da drucke ich mit einer 0,25er Düse und 0,05mm Layerhöhe).
Hast du auch das richtige Profil gewählt, d.h. MK4 ohne S! falls du einen MK4 hast (anderenfalls müßtest du das MK4S-Profil nehmen). Die Profile vom MK4 und MK4S sind nicht kompatibel. Im Druckermenü ist dann auch der MK4 als Modell eingetragen und nicht der MK4S? Was für eine Düse hast du? Hast du eine Silikonsocke an der Düse und dies dann auch im Druckermenü eingetragen? Die normale Messing Nextruderdüse oder eine HT-Düse?
Wenn ich mir deine vergrößerten Bilder deiner Plättchen ansehe, dann scheint bei dir was anderes nicht zu stimmen. Da sind Lücken zwischen den Layern, d.h. die Layer sind nicht verbunden und man sieht die darunter liegenden Layer. Lerner haben die Layer keine gleichmäßige Breite, sondern das sieht eher nach einer Teilverstopfung aus. Das darf nicht sein. Ich gehe mal davon aus, daß das Plättchen mit der "0" das original Prusa Profil für PETG ist und du das PETG auch vorher gut getrocknet hast? Hast du ganz zu Anfang vor dem ersten Druck die Kalibrierungsroutine durchlaufen und der Wägezellensensor funktioniert auch korrekt? Wie sieht dein First Layer aus? Drucke mal mit dem Original Prusament PETG 0,05mm Detail Profil ohne jegliche Änderung am Profil nur den First Layer, d.h. ein größeres Rechteck mit 0,05mm Höhe (also genau 1 Layerhöhe) und zeige das Ergebnis von oben und auch von unten (Macrofoto). Sind die Layer verbunden und fallen beim Abnehmen vom Druckbett nicht in einzelne Layer auseinander? Gibt es Wellen auf der Oberfläche oder fühlt sich die Schicht oben sehr rauh an oder kratzt die Düse teilweise das Filament wieder weg so daß unregelmäßige Lücken entstehen? Und hier mal ein Vergleich, wie die Oberseite des First Layer beim MK4 mit 0,4er Düse und Original Prusa-Profil für Prusament (hier allerdings für PLA) aussehen sollte:
Wenn dein First Layer nicht stimmt, dann nützen auch alle Anpassungen des Profils nichts. Das A&O für einen guten Druck ist ein perfekter First Layer.
PS: Falls du mal PLA druckst, dann denke bitte daran, daß du beim Drucken die Tür vom Enclosure offen stehen hast!
RE: Fehldruck mit plötzlichem seitlichen Versatz von 23mm
@nordlicht
Ich muss mich so langsam mal ausdrücklich für Deine Beiträge bedanken. Du schreibst immer sehr detailliert und hart am Thema. Danke!
Hier erst mal ein Bild von den Kalibrierwürfeln.
Links Extrusionsmultiplikator 1,0
Mitte Extrusionsmultiplikator 1,1146
Rechts Extrusionsmultiplikator 1,153
Hier ein Bild von meiner Düse. Es entstand unter erschwerten Bedingungen rechts die Kamera, links den Spiegel und den Kopf im Enclosure.
Sauber im eigentlichen Wortsinn, Silikonsocke muss man sich dazu denken.
Du wolltest Fotos von der ersten Schicht.
Drucke mal mit dem Original Prusament PETG 0,05mm Detail Profil ohne jegliche Änderung am Profil nur den First Layer, d.h. ein größeres Rechteck mit 0,05mm Höhe (also genau 1 Layerhöhe) und zeige das Ergebnis von oben und auch von unten (Macrofoto).
Hier noch auf dem Druckbett. Gedruckt wurde von rechts unten nach links oben.
Die Wellen und die Klümpchen fallen auf.
Gegen das Licht gehalten, fallen einige wenige (10?) opake Stellen auf.
Hier mal die Klümpchen im Detail:
Sind die im Filament enthalten?
Den Extrusionsmultiplikator hatte ich nach Anleitung gemäß Knowledge Base (mit korrigierter Formel) eingestellt. Danach habe ich mein Täfelchen mit den Schriftproben gedruckt.
Et voilá:
Links soll die Schrift um 0,3mm (6 Schichten) tief liegen und rechts um 0,3mm hoch.
Das kann's doch nicht sein, oder?
Hier noch zwei Aufnahmen von der Unterseite.
RE: Fehldruck mit plötzlichem seitlichen Versatz von 23mm
Hier nochmal Fotos einer zweiten Scheibe. Sie besteht, auch wie die Scheibe oben, nur aus einer einzigen Schicht.
PETG, MK4, 0,4er Düse, ohne IS, 0,05mm Ultradetail, Extrusionsmultiplikator nach Knowledge Base kalibriert auf 1,153. Vorab alle HW-Tests durchgeführt und Z Kalibriert. Betthaftung perfekt. Feuchtigkeit im Enclusure 35% (= Filamentfeuchte)
Oberseite:
Unterseite:
Wellenmuster von unten (hier Wellenfronten waagerecht):
Wellenmuster von oben (hier Wellenfronten senkrecht):
RE: Fehldruck mit plötzlichem seitlichen Versatz von 23mm
Hier noch auf dem Druckbett. Gedruckt wurde von rechts unten nach links oben.
Hm, das sieht so aus, als ob du mit der Düse zu weit weg vom Druckbett bist. Die Layer sind nicht verbunden und sehen von oben etwas zu rund aus. Die Düse sollte sie eigentlich etwas platt drücken, damit die Layer verbunden werden und gut miteinander verschmelzen. Du solltest deinen Z-Offset korrigieren. Dieser Prusa-Artikel beschreibt zwar in erster Linie das Verfahren für die MK3-Serie, aber auch beim MK4 kann man den Z-Offset noch anpassen (ist im letzten Abschnitt beschrieben). Wie ein korrekter First Layer aussehen sollte, d.h. worauf die bei der Justierung des Z-Offset (Live-Z-Wert) achten mußt, ist hier nochmal genauer beschrieben. Die Vorgehensweise ist mit Wägezelle beim MK4 zwar etwas anders, aber wie die Layer aussehen müssen ist allgemeingültig. Beim MK4 mußt du nur beachten, daß der beim Drucken einjustierte Z-Offset im Gegensatz zur MK3-Serie nicht dauerhaft gespeichert wird. Den gefundenen Z-Offset mußt du dann im Prusa Slicer unter "Druckereinstellungen/Allgemein/Z-Abstand" eintragen und gilt dann nur für dieses Druckerprofil. Ein praktisches Tool zur Justierung des Live-Z-Wertes während des Druckens ist dieses hier. Ändere dabei von Zinken zu Zinken den Live-Z-Wert um 0,01.
Das Muster von der Unterseite sieht auch merkwürdig aus. Das sollten eigentlich lange gleichmäßige Linien sein. Welches Druckblech benutzt du? Die Knubbel auf der Unterseite sehen nach dem strukturierten Blech aus?
Das so extrudierte Filament (PETG Prusament) sieht bei mir so aus:
Das sieht nicht gut aus. Hast du das PETG gut getrocknet? PETG zieht leicht Feuchtigkeit und dann entstehen beim Extrudieren aus der heißen Düse Wasserdampfblasen, die dann beim Austritt aus der Düse zerplatzen. Auch neues noch eingeschweißtes Filament ist nicht unbedingt imme trocken. PETG sollte vor dem Drucken unbedingt getrocknet werden. Das verringert auch die Anfälligkeit für Stringing (Fäden ziehen).
Dieser Streifen längs in Filamentrichtung rechts und links vom Knubbel: ist das eine leichte Rille im Filament, d.h. wird da vom Filament beim Vorschub was abgeraspelt?
Es entstand unter erschwerten Bedingungen rechts die Kamera, links den Spiegel und den Kopf im Enclosure.
🤣Foto... 🤣
Sauber im eigentlichen Wortsinn, Silikonsocke muss man sich dazu denken.
Die Düse sieht zumindest von außen gut aus. Würden hier auch nur kleine Verunreinigungen hängen beim Vermessen des Mesh, dann könnte der Z-Abstand von der Wägezelle nicht exakt gemessen werden, weil dann der Dreckknubbel mit gemessen würde (es wird ja das Aufsetzen der Düsenspitze auf das Druckbett gemessen) und die Düse beim Druck dann zu weit weg vom Bett wäre. Das Vermessen beim strukturierten Blech führt im Gegensatz zum glatten Blech manchmal auch zu nicht ganz exakten Werten, da das Blech Höhen und Täler hat (Struktur).



























