Filamentzufuhr zur MMU3
Hallo Leute,
hat jemand von euch Erfahrungen wie weit ein MMU3 am MK4s das Filament ziehen kann?
Ich hab mir eine Trockenbox von Sunlu gekauft, weil ich in dem Raum wo die Drucker (Mini+ und MK4s) die Luftfeuchtigkeit nicht einfach zu regeln ist.
Meine Idee war dann, dass ich die Spulen in der Box trockne und das Filament von dort mit PTFE-Schläuchen direkt an die MMU3 leite. Ich hab aber den Verdacht, dass meine Leitungen zu lang sind, damit der Filamenttransport funktioniert.
Wie gesagt... wenn hier jemand Tipps für mich hat...
Gruß Peter
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
Hallo,
ich habe die MMU3 an einem Core One, aber das wird grundlegend nichts ändern.
Bei mir läuft die Filamentversorgung "ad-hoc" aus einem 4-Rollen Trockner (Space Pi) oder auch mal von einem offenen Rollenständer. Die Original Prusa-Lösung ist ja nicht gerade platzsparend, insofern sind die mitgelieferten PTFE-Schläuche schon ziemlich lang. Ich hätte dabei auch keine Bedenken, einen geraden Schlauch etwas zu verlängern, Reibung entsteht wohl eher in den Kurven.
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
Möglichst weite Durchmesser - eher 2,1 mm, als 1,85 mm. und Öler, damit geht der Wiederstand deutlich runter.Bratöl bzw. Soyaöl halten hohe Temperaturen aus.
Gruß, Digibike
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
Einen Öler? Macht das nicht eine Sauerei im Drucker? 😮 Sorry! Das kann ich mir nicht als Lösung vorstellen. Da muss ich erst alle anderen Möglichkeiten geprüft haben.
Die Situation, wie die Schläuche verlegt sind ist nicht optimal glaub ich. Der Schlauch geht oben aus dem Trockner raus und weil der aber wegen Platzmangel über dem MK4s auf einem Regal an der Wand steht muss der Schlauch wieder nach unten in den Puffer geführt werden. Das ergibt erst mal einen langen Schlauch und wahrscheinlich eine zu enge Kurve beim Trocknerausgang.
Aber danke mnentwig und Digibike für die Anregungen! 😊
Gruß Peter
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
Einen Öler? Macht das nicht eine Sauerei im Drucker? 😮
Das war früher wohl gängige Praxis, ist heutzutage eher unüblich (das Material hat sich generell verbessert).
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
@Panther5241, nein, eigentlich nicht. Wie bei der Bratpfanne ersäufst du nicht, sondern sorgst für einen geschlossenen Fettfilm. Es muß nur benetzt werden. Ein Tropfen auf ein Schwämmchen und das durch den Schlauch gezogen, hebt seeeehr lang. Verteilt sich schön im Schlauch und bietet keine Angriffsfläche zum Verharken und damit Reibung erhöhen mehr.
@mnentwig, also wir machen das im Geschäft nach wie vor zwingend bei TPU z.b.. Die Drucker laufen, auf´s Jahr gerechnet, 15 h täglich, über 365 tage. Du siehst das auch am Druckbild, wenn geölt wurde: Deutlich gleichmäßiger. Wenn du es gaaaanz Krass mal sehen willst, bestellst dir bei Material4Print.de Staubgraues Filament. Haben die in jeder Sorte. Das Material ist das allerletzte für´s Drucken. Du siehst JEDEN Fehler, JEDE Schwankung, einfach JEDE Unregelmäßigkeit. Drucke dein Teil mit der Farbe und schau es dir im Licht an. Sieht müllig aus. Ist übrigens auch genial, wenn man Fotos davon machen will, damit andere, via Internet z.b. begutachten, was schief läuft. Dann beöle und drucke es nochmal. Unterschied, wie Tag und Nacht. Fehler siehst du immer noch, aber das Druckbild wird massiv Homogener. Bei meinem RF1000 siehst das sogar während dem Druck. Der hat nämlich Wäägemesszellen, was seit dem MK4 bei Prusa einzug gehalten hat, schon seit 2014 ab Werk gehabt. Da siehst du jede Kraftänderung in Echtzeit während dem Druck. Sobald das Öl in der Düse vorn an kommt, sackt der Kraftwert von 4300 auf 3300 Digits etwa ab. Mess- und Reproduzierbar. Bei jedem Filament. Selbst bei Iglus, allerdings nicht so stark, da das ja "selbstschmiereigenschaften" hat. Aber auch da merkst, wie die Förderwiederstände in den "Keller" gehen. Und, je gleichmäßiger gefördert werden kann, desto gleichmäßiger wird nun mal auch das Druckbild letztlich. Aus dem Grund drucke ich auch, selbst auf dem XL und dem MK4s/Core One eher seeehr gemächlich, dafür aber überall mit den selben Geschwindigkeiten. Bei TPU eigentlich zwingend, weil "Gummi" keine Pulsende Förderung "mag", aber die ist generell eher schlecht.
Das sind meine Beobachtungen und Erfahrungen, die ich die letzten 13 Jahre gesammelt habe.
Gruß, Digibike
RE:
... also wir machen das im Geschäft nach wie vor zwingend bei TPU z.b..
Danke für die ausführliche Erklärung. Ich werde es ausprobieren. Denn der Filamentwiderstand durch die MMU3 bis zur Rolle ist erheblich, das ist bestimmt nicht optimal.
Daß das Material Spuren von Öl verträgt, ist mir plausibel - an einer Grenzschicht z.B. Fingerabruck auf der Druckplatte ist der Fettfilm ja durchgehend, da können ein paar Moleküllagen bereits katastrophale Folgen haben. Aber nachdem das Öl bei hoher Temperatur im Extruder "verwurstet" wurde, reduziert es sich zu einem PPM-Anteil, das wird als Materialparameter kaum mehr meßbar sein (dies nur als ad-hoc Überlegungen ohne "Literaturstudie" oder dergleichen).
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
Danke für die Tipps! 👍
@Digibike: Wie kann ich mir das vorstellen mit dem Schwämmchen? Muss ja sehr klein sein, wenn ich den durch den Schlauch schieben soll. Der PTFE-Schlauch bei mir hat innen 2,5mm Durchmesser. Hast du auch schon mal Ballistol Universalöl dafür benutzt?
RE:
Danke für die Tipps! 👍
@Digibike: Wie kann ich mir das vorstellen mit dem Schwämmchen? Muss ja sehr klein sein, wenn ich den durch den Schlauch schieben soll. Der PTFE-Schlauch bei mir hat innen 2,5mm Durchmesser. Hast du auch schon mal Ballistol Universalöl dafür benutzt?
Nein, nicht in den Schlauch, sondern das Filament durch das getränkte Schwämmchen in den Schlauch. Das Schwämmchen ist der feine Teil des Küchschwamms - haben eine Seite, meist Grün, in "Rau" zum Scheuern und die, meist Gelbe Seite, in fein, um Geschirr abzuwischen. Der feine Schwammteil Reingeschnitten. Balisto Universalöl? Solange es nicht sowas wie WD40 oder so ist - funktioniert auch, aber trocknet sehr schnell ab, weil es zum kriechen und lösen, aber nicht zum schmieren gedacht ist... Ich verwende Soyaöl oder Bratöl aus der Küche. Das Teilchen, in das die beiden Schwammhälften gehören, sieht z.b. so aus. Wenn man eine Spritze hat, kann man das Teil sogar geschlossen lassen. Ich habe mir ein "Kästchen" drum herum gedruckt und schiebe die ganze Einheit einfach in das Kästchen. Danach muß ich nur noch das Filament durchschieben und mit ner Spritze Links und Rechts einen Spritzer Öl, den Rest erledigt dann die Kapilarwirkung. Bei der Gelegenheit wird auch eventueller Staub abgestriffen...
Gruß, Digibike
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
Vielleicht sehe ich eine Verbesserung schon jetzt:
Den verlinkten Filament-Öler habe ich zunächst im Originalzustand gedruckt, dann geöltes Filament einmal durchgezogen und den Öler eingebaut.
Danach wurden noch drei Stück gedruckt. Auf den glatten Flächen mit Loch in der Mitte (zum Nachfüllen) gibt es kurze Strecken (Wand-/Loch) und lange (Wand-Wand). Die sind jetzt bemerkenswert gleichmäßig geworden, das kenne ich anders.
Ich werde die Druckqualität jetzt länger beobachten. Plausibel wäre es schon, daß das unterschiedliche "Ruckeln" des Filaments bei kurzen bzw. langen Strecken sich im Druckbild zeigt.
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
@mnentwig, freut mich, daß du so schnell getestet hast und so schnell Effekte ausmachen konntest! Reibung ist immer ein "Feind", den man nie verhindern, aber doch minimieren kann. Es darf nur nicht zuviel werden, weil sonst hast die "chose" auf dem Druckbett. Deswegen auch nur benetzen. Früher habe ich ein Q-Tipp genommen und mit Soyaöl getränkt 3 Wicklungen entlang gestriffen und das alle 2 h wiederholt. Verdeutlicht, wie wenig es eigentlich braucht. Wenn du die Dinger trocken und geschmiert aus Staubgrauem druckst, wirst vermutlich vom Glauben abfallen... Da siehst gefühlt, aufgrund des Kontrastes, den das Staubgrau her gibt, jeden einzelnen Puls-Schub des Ritzels beim Fördern...
@ Panther5241: Du druckst mit dem Orginal Puffer, oder? Wie kommst damit sonst zurecht? Ich hatte den bei der MMU2 mal ganz kurz, bin aber sehr schnell, aufgrund des Ladechaos und Platzbedarfs auf die RMU umgestiegen. Ich habe mal geschaut, aber ich finde die Jungs und die Seite nicht (mehr?). Das Ding war nicht ganz billig, aber funktioniert sehr gut und Platzsparend. Kann man, je nach angeschraubten Haltern, direkt am Drucker anschrauben (MK3s(+) bzw. MK4(s). Ich vermute, mit dem Brexit und den ganzen Zoll und gedöhnse wurde es dann für Auslandskunden zu uninteressant und England selbst ist ein sehr begrenzter Markt... Ist aber nur eine Vermutung meinerseits.
Was mir aber bei dem Teil nie wirklich gefiel, war das Laden. Der Deckel muß aufgeklappt werden und an der einen Seite das Filament rein, um das Rad herum in die andere Seite hinein gefriemelt werden. Das geht soweit noch - wenn ich alle 5 Laden muß. Muß halt so Straff halten, daß es beim Zuklappen nicht in den Nachbar Puffer rein entlastet und ne ruhige Hand erleichtert einiges beim zielen. Das Problem kommt aber, wenn man eine Rolle wechseln will, weil leer oder andere Farbe etc... Ich muß ALLE entlasteten aufklappen, um an die EINE ran zu kommen. Das war das, was mich ärgerte.
Ich bin gerade am überarbeiten des Puffers. Mal schauen, ob ich den "Sinnvoll" an meinem Core One unter bekomme. Ab morgen wird ja dann auch mein 2.ter MK4s zum Core One "mutieren", so mich DPD nicht "angelogen" hat... Freitag klappte ja nicht (mehr) und Samstag liefern sie nicht. Ich habe das Grundsätzliche Design übernommen, aber habe den Kopf Radikal überarbeitet. Dadurch wurde der Turm nen knappen cm breiter, aber ich spare mir das neu drucken und konstruieren der "Räder". Die Breite war gut und einzeln entnehmbar würde das ganze schon deutlich "komprimieren", zumal man mit seinen "Wurstfingern" die einzelnen Filamentsorter ja auch entnehmen und einsetzen können muß, ohne die Nachbarn zu beheligen... Die Sorter hat mein Core One bereits gedruckt, und den Pufferturm druckt er gerade. Eigentlich sollte er um 16:09 Uhr fertig sein, hat sich aber erledigt, nachdem er nach 6 h Druck Filamentbruch erlitt und in der Luft weiter druckte... Hatte ich noch nie bei PETG, mal beobachten. Ist ein Refill von Amazon gewesen. Hatte mich von Anfang an geärgert, weil die enger gewickelt sind, als die Refill-Masterspoolen - merkte ich erst beim Kabelbinder durchtrennen und versuchen, auf die Achse zu schieben - Bingo... Seither habe ich mir einen Einführdorn für die Masterspool und einen Adapter für 2 KG Material, für die Masterspool, konstruiert. Entlastetes Filament, ohne Knoten, entwirren und aufspulen ist nämlich der Horror... Jedenfalls kommt danach Try & Error. Das Austüfteln der Entriegelung. Schraubdome habe ich ja im Puffer vorbereitet und ein Konzept im Kopf. Werden 2 Klemmleisten, die die Filamentsorter in Position im Puffer halten. Diese einzeln entriegeln wäre einfach, allerdings umständlich, weil nicht jeder kann so weit die Hand aufspannen, um um den Turm zu kommen und beide Seiten zu entriegeln... Meine Frau z.b. schonmal gar nicht - Hand ist schon zu klein dafür... Die Klemmleisten werden je Seite von 2 Klammern (kennt man zum Papier an ner Klatte festspannen) gespannt gegen die Filamentsorter, gepresst. Diese sollen um den Turm herum auf die Vorderseite dann verlaufen und dort, bis auf 1 cm Abstand zusammen laufen. Wenn man nun mit dem "Pinzettengriff" (Daumen und Zeigerfinger), die beiden Laschen zusammendrückt, gibt er alle Filamentsorter frei und man kann den jeweiligen entnehmen oder einsetzen. Desweiteren habe ich noch einen 6.ten Schacht ankonstruiert am Puffer. Der ist Leer, aber fast Identisch, außer, daß er unten zu ist, und kaum mehr als der Rollendurchmesser rum geht. Dieser wird ein reiner Ladeschacht. Den Filamentsorter dort rein, alle wieder verriegeln und Filament einfach reinschieben, bis es auf der anderen Seite raus kommt. Dieser Schacht ist nämlich nicht nur zu, bis auf die Aussparung des Rades, sondern hat in der Mitte eine 1,9 mm große Furche, die in direktem Bogen vom Eingang zum Ausgang läuft. Lediglich die letzten paar mm mußte ich auf die Zwangsführung, zwecks einsetzbarkeit, verzichten... Mal schauen, ob die Führung so reicht, da der "Drall" ja sehr lange schon da ist... Die Kugellager, 608er sind es glaub ich, habe ich sogar bei meinem Protoyp, durch gedruckte ersetzt. Laufen sehr gut. Mit Fett dürften sie sogar recht haltbar sein. War aber mehr ein "Gag", um den Orginal weiter nutzen zu können, während der andere im entstehen ist...
Druckbar ist er in einem Stück auf meinem XL und sollte auch auf nem Core One L druckbar sein. Kleinere Drucker, wie der Core One oder MK4s muß man dann wieder, wie beim Orginal, Teilen und Schraubpunkte anfügen. Auch kein "Hexenwerk". War halt zu Faul, daß rein zu machen...
Gruß, Digibike
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
@ Panther5241: Du druckst mit dem Orginal Puffer, oder? Wie kommst damit sonst zurecht?
Servus Digibike,
der Raum, in dem ich meine Drucke stehen habe ist leider sehr Staub-belastet, weswegen ich meine Drucker (Mini+ und MK4) vor einem Jahr in den entsprechenden Enclosure gepackt habe. In dem Zuge wurde auch die MMU3 montiert und der Puffer umgebaut um auf dem Enclosure zu liegen. So wie hier gezeigt.
Leider hat sich herausgestellt, dass es in dem Raum nicht nur staubig ist, sondern auch eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, was nicht gut ist für die offen liegenden Filamentspulen. Deshalb hab ich mit einen SUNLU FilaDryer S4 für vier Spulen angeschafft um das Material trocken zu halten und gleichzeitig aus dem Trockner zu drucken. Aus Platzmangel steht der Trockner aber jetzt höher als der Drucker und das Material muss zum Puffer wieder nach unten gezogen werden. Dabei entsteht das Problem mit dem großen Widerstand beim Zug.
Ich bin nicht zufrieden mit der Situation grade, aber da die Drucker ja nicht im Dauereinsatz sind, habe ich Zeit um einiges auszuprobieren. Als erstes werd ich das mit dem Öler für das Filament testen. Jetzt wo ich die Vorgehensweise verstanden habe... 🤣 Mal sehen wie ich mir das optimieren kann damit das gleich hinter dem Trockner passieren kann. Danach werd ich mich dem Puffer widmen. Dass der liegend auf dem Enclosure platziert ist, ist für den Filamentverlauf sicher auch nicht optimal.
Jedenfalls danke ich dir und auch mnentwig für die Anregungen und ausführlichen Erklärungen! Hilft mir sehr weiter!
Liebe Grüße aus Oberösterreich! Peter
RE: Filamentzufuhr zur MMU3
Na, da hilft dir der Filamentöler ja gleich doppelt, weil er den Staub ja durch das Schwämmchen abstreift. Solltest halt immer nur von dem 2,85er-Eingang Öl nachführen, nie von der Spulenseite, weil sonst benetzt du den Staub - der klebt dann am Schwämmchen gleich fest, trocken kann er "abfallen"... Viel spaß beim Experimentieren noch!
Gruß, Digibike